
Ich liebe Moodboards.
Wirklich. Ich könnte den ganzen Tag Farben, Bilder, Strukturen und Stimmungen zusammensammeln und daraus neue Welten gestalten.
Moodboards sind für mich wie offene Türen.
Ich fange an zu sammeln – ein Bild, eine Farbe, eine Struktur – und plötzlich entsteht etwas Drittes.
Eine Stimmung. Ein Gefühl. Eine Richtung.
Manchmal merke ich sofort: Ja, genau das.
Und manchmal genauso klar: Nein, das absolut nicht.
Beides ist wertvoll.
Beim Moodboard-Bauen geht es für mich nie um „richtig“ oder „falsch“.
Es geht ums Spüren. Ums Annähern. Ums Ausprobieren.
Und darum, Schritt für Schritt herauszufinden, was bleiben darf – und was nicht.
Irgendwann taucht dabei fast immer dieselbe Frage auf:
Wer bist du eigentlich – und was möchtest du von dir zeigen?
Genau deshalb funktionieren Moodboards so gut. Sie sind spielerisch. Sie sind emotional. Sie geben ein erstes Gefühl für Richtung, Stil und Atmosphäre.
Und Brand Style-Typen übrigens auch: Sie machen Spaß, laden zum Denken und Träumen ein und helfen beim Sortieren.
Und trotzdem habe ich gemerkt:
So hilfreich diese Inspirations-Sammlungen als Einstieg sind – sie erzählen nie die ganze Wahrheit.
Denn kaum jemand ist nur klar oder nur wild.
nur naturverbunden oder nur glamourös.
Die meisten von uns sind eine Mischung. Mit Ecken, Kanten, Gegensätzen. Mit Phasen. Mit Lust auf Veränderung.
Moodboards sind deshalb für mich kein Schubladensystem.
Sie sind ein Anfang.
Eine Einladung, sich auszuprobieren. Zu fühlen, was passt – und genauso klar zu merken, was nicht.
Und genau darum geht es in diesem Artikel:
Warum Inspiration in Form von Moodboards unglaublich wertvoll ist.
Warum Design-Typen Spaß machen dürfen.
Und warum du dich trotzdem nicht schubladisieren musst, um ein stimmiges, ehrliches Brand Design zu entwickeln.
Moodboards schaffen Klarheit, ohne etwas in Stein zu meißeln.
Sie verlangen keine Entscheidung, kein „So bin ich“, kein endgültiges Ja.
Sie laden erst einmal nur ein, hinzuschauen.
Wenn Bilder, Farben und Stimmungen nebeneinanderliegen, passiert etwas Spannendes:
Man beginnt zu reagieren. Nicht rational, sondern intuitiv.
Ein Bild fühlt sich richtig an.
Ein anderes lässt kalt.
Ein drittes stößt sogar ab.
Und genau darin liegt die Klarheit, die Moodboards schenken.
Denn Klarheit entsteht hier nicht durch Analyse, sondern durch Abgrenzung.
Nicht durch das, was man unbedingt will – sondern oft durch das, was man ganz klar nicht möchte.
Moodboards helfen dabei, diese feinen inneren Reaktionen sichtbar zu machen.
Sie geben keine Antworten vor.
Aber sie stellen die richtigen Fragen.
Und manchmal reicht genau das, um ein erstes Gefühl für Richtung, Stil und Atmosphäre zu bekommen – ohne sich festlegen zu müssen.
Design-Typen funktionieren, weil sie uns das Gefühl geben: Endlich versteht mich jemand.
Sie geben Namen. Sie sortieren. Sie sagen: Du bist nicht allein mit dem, wie du tickst.
Unser Gehirn liebt das.
Muster erkennen. Einordnen. Endlich wissen, wo man hingehört.
Deshalb klicken wir auf Quizze.
Deshalb teilen wir Ergebnisse.
Deshalb fühlt sich ein „Du bist Typ XY“ manchmal fast erlösend an.
Und genau deshalb funktionieren diese Typen so gut – als Einstieg.
Nicht als Wahrheit.
Sondern als erste Tür.
Ich habe es oft erlebt: Nach einem Quiz-Ergebnis wie „Wilde Seele“ entsteht plötzlich das Gefühl, man dürfe nur noch Aquarellfarben und Handlettering zeigen.
Obwohl man eigentlich auch Struktur liebt. Und Klarheit. Und manchmal auch einfach Schwarz-Weiß.
Wenn Inspiration zur Regel wird, verliert sie ihre Kraft.
Moodboards sind Momentaufnahmen.
Sie zeigen, was dich jetzt gerade anzieht. Nicht, wer du für immer sein musst.
Vielleicht magst du heute klare Linien und morgen wildes Aquarell.
Vielleicht fühlst du dich im Januar minimalistisch und im Juli plötzlich bunt.
Das ist keine Unentschlossenheit.
Das ist Leben.
Identität ist beweglich.
Sie wächst. Verändert sich mit dir.
Moodboards dürfen das auch.
Die gezeigten Moodboards stehen jeweils für sich.
Die Kombinationen zeigen keine Regeln, sondern Möglichkeiten.
Und genau hier wird es spannend.
Klare Sache: Ruhe. Weißraum. Klarheit, die atmet. Weniger ist hier nicht Verzicht, sondern Entscheidung.
Glam & Gedöns: Farbe. Gold. Üppigkeit, die sich traut. Hier ist „too much“ ein Kompliment.
Zwei Welten, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben.
Und trotzdem: Vielleicht brauchst du beide.
Vielleicht bist du montags minimalistisch. Und freitags maximal.
Oder du zeigst nach außen hin Purismus, während dein Innenleben glitzert wie eine Diskokugel.
Beides darf existieren. Auch in dir.
Wilde Seele: Bewegung. Farbe. Eigensinn. Ein bisschen Magie, eine Prise Nostalgie. Intuition, die sich nicht erklären muss.
Wurzeln & Wunder: Wärme, Seele und Substanz. Vertraut, aber nie von gestern.
Hier geht es um Freiheit mit Bodenhaftung.
Um wild sein – und trotzdem nicht abheben.
Vielleicht brauchst du beide Energien.
Vielleicht bist du wild – und trotzdem verwurzelt. Oder andersrum.
Perfekt Unperfekt: Roh, erdig, echt – mit Textur und Haltung.
Rabatz & Raffinesse: Laut. Bunt. Mutig. Neon ist hier eine Grundfarbe.
Hier darf es knirschen, stolpern, laut werden – und genau dadurch lebendig sein.
Vielleicht magst du beides.
Vielleicht willst du nicht perfekt sein, aber trotzdem gesehen werden. Oder genau deswegen.
Eine Mischung für alle, die sich nicht glattbügeln wollen.
Oder zumindest nicht immer.
Diese Moodboards zeigen keine fertigen Antworten.
Sie zeigen Möglichkeiten.
Unterschiedliche Stimmungen. Gegensätze. Richtungen, die nebeneinander existieren dürfen.
Leise und laut. Klar und verspielt. Erdverbunden und extravagant.
Und genau darin liegt ihre Stärke:
Sie laden nicht dazu ein, sich festzulegen, sondern hinzuschauen. Zu spüren. Zu sortieren.
Was fühlt sich vertraut an?
Was zieht dich an, obwohl du es nicht erwartet hast?
Und was darf ganz klar draußen bleiben?
Moodboards helfen dabei, ein erstes inneres „Ja“ und ein genauso klares „Nein“ sichtbar zu machen.
Nicht als Schublade, sondern als Startpunkt.
Als spielerische Annäherung an das, was du zeigen möchtest – und das, was eben nicht.
Denn ein stimmiges Brand Design entsteht nicht dadurch, dass man sich auf einen Typ festlegt.
Sondern dadurch, dass man die eigenen Facetten erkennt, versteht und bewusst kombiniert.
Vielleicht bist du montags klare Kante und freitags verspielt.
Vielleicht willst du verlässlich wirken – und trotzdem nicht steif.
Vielleicht liebst du Struktur – und trotzdem auch ein bisschen kreatives Chaos.
Das ist kein Widerspruch.
Das bist du.
Ein stimmiges Brand Design entsteht nicht dadurch, dass du eine Seite weglässt.
Sondern dadurch, dass du verstehst, wie deine Facetten zusammenspielen.
Und wie du sie zeigst.
Ein Moodboard sammelt.
Ein Brandboard entscheidet.
Inspiration zeigt dir, was möglich ist.
Strategie zeigt dir, was für dich stimmig ist.
Dazwischen liegt der Prozess, den viele überspringen:
Sortieren. Abwägen. Kombinieren. Fokussieren.
Nicht aus Mangel. Sondern aus Klarheit.
Wenn du tiefer einsteigen willst, wie aus diesem Gefühl Schritt für Schritt ein stimmiger Brand Style wird (statt einfach nur ein neues Logo), habe ich dazu im Beitrag „Von innen nach außen: Entdecke den Brand Style, der schon in dir steckt“ ausführlicher geschrieben.
Wenn du merkst, dass du gerade zwischen mehreren Richtungen stehst: Willkommen.
Genau da beginnt gutes Brand Design.
Nicht im „Ich weiß schon alles“.
Sondern im Ausprobieren.
Falls du jetzt Lust hast, genau das zu tun:
In meiner FarbFiesta zeige ich dir, wie du mit Farben spielerisch Richtung findest.
Oder wir schauen im DesignKonfetti Pünktchen gemeinsam, wie deine verschiedenen Seiten im Design zusammenfinden.


Kurz, knackig und immer mit dem Ziel, dein Branding klarer und einzigartiger zu machen. Bereit?
© 2026 Annika Lind