Moodboard erstellen: Dein erster Schritt zum Brand Design

Moodboard erstellen: Dein erster Schritt zum Brand Design

Viele denken, sie brauchen zuerst ein Logo.

Aber mal ehrlich:
Wie soll ein Logo entstehen, wenn sich dein Branding gerade anfühlt wie Lavendelfeld trifft auf Pinterest-Minimalismus mit einem Hauch „ich weiß auch nicht so genau“?

Genau da kommt dein Moodboard ins Spiel.

Nicht perfekt. Nicht durchgestylt. Nicht schon fix und fertig „Marke“.
Sondern eher dein visuelles: „Ohhh. Ja. Das könnte es sein.“

Übrigens: Wenn du das nicht nur lesen, sondern direkt machen willst: MoodboardFiesta. 💜

Störer für die MoodboardFiesta mit Text: Du willst nicht mehr ‚irgendwie schön‘, sondern ‚das bin ich‘?

Moodboard, Brandboard, Visionboard – was ist was?

Weil diese Begriffe gern einmal fröhlich durcheinanderpurzeln, hier die Kurzfassung:

Visionboard = große Richtung.
Da geht’s um Wünsche, Träume, Sehnsüchte, Ziele und das große Ganze.

Moodboard = Gefühl und Stil.
Roh. Offen. Spielerisch. Noch nichts ist in Stein gemeißelt.

Brandboard = das Ergebnis.
Klar. Festgelegt. Mit Farben, Schriften, Logo und visueller Richtung.

Oder ganz kurz:

👉 Visionboard: Wo will ich hin?
👉 Moodboard: Wie soll es sich anfühlen?
👉 Brandboard: So sieht’s jetzt aus.

Wenn du also gerade noch eher bei „Ich hab da so ein Gefühl…“ bist als bei „Hier ist meine fertige Markenwelt“, dann ist ein Moodboard genau dein Ding.

Was dich hier erwartet

Kein Design-Lehrbuch. Kein erhobener Zeigefinger. Kein „so muss man das machen, sonst kommt die Moodboard-Polizei“.

Sondern ein bisschen Struktur, ein bisschen Aha – und am Ende hoffentlich kein hübsches Zufalls-Potpourri, sondern ein Moodboard, das sich wirklich nach dir anfühlt. 



Branding-Foto Annika Lind Design, fotografiert von Mette Vasterling

Branding-Foto: Mette Vasterling

Was ein Moodboard eigentlich ist – und wofür du es brauchst

Ein Moodboard ist eine Sammlung aus Bildern, Farben, Wörtern, Schriften, Formen oder Texturen, die zusammen eine bestimmte Stimmung transportieren.

Nicht fertig. Nicht in Stein gemeißelt. Nicht schon die endgültige Markenwelt.

Sondern eher wie ein erster visueller Testballon in Richtung: „Dahin könnte meine Markenwelt gehen.“

Ein Moodboard hilft dir, dein Bauchgefühl sichtbar zu machen. Also dieses diffuse „Ich mag das irgendwie“ oder „So bitte auf keinen Fall“.

Und genau das ist ziemlich hilfreich, bevor du über Logo, Farben oder Website-Details nachdenkst.

Denn wenn das Grundgefühl noch wackelt, bringt dir auch das schönste Logo herzlich wenig.

Ein gutes Moodboard kann dir zeigen:

  • welche Farben grob zu dir passen könnten,
  • welcher Bildstil sich richtig anfühlt,
  • ob deine Marke eher leise, klar, wild, verspielt, elegant oder ein bisschen von allem sein darf,
  • und welche Richtung du später im Branding weiterverfolgen willst.

Kurz gesagt: Es bringt Ordnung ins kreative Kopfkonfetti.

Wie du ein Moodboard erstellst

Keine Sorge: Du brauchst dafür weder Designstudium noch Superkräfte noch das perfekte Tool.

Du brauchst nur ein bisschen Neugier, ein kleines bisschen Mut zur Auswahl – und die Bereitschaft, nicht alles schon im ersten Schritt totdurchzuanalysieren.

Schritt 1: Sammeln wie ein Eichhörnchen auf Espresso

Erstmal gilt: alles rein, was sich spannend anfühlt.

Zum Beispiel:

  • Bilder & Fotos
  • Farben
  • Schriften oder einzelne Wörter
  • Muster, Formen, Oberflächen
  • Materialien oder Texturen

Also alles, bei dem dein inneres Irgendwas sagt: „Oha. Das hat was.“

Wichtig dabei: In diesem Schritt musst du noch nichts erklären können.
Du darfst einfach sammeln.

Regel Nummer 1:
Nicht zerdenken. Erstmal nur fühlen.

Wenn du digital sammelst, sind Pinterest, Canva, Adobe Express oder Miro völlig okay.
Wenn du lieber analog arbeitest: Schere, Kleber, Papier, Zeitschriften, go for it.

Und falls du Bilder aus dem Netz nutzt: Denk daran, auf Nutzungsrechte zu achten – vor allem dann, wenn du dein Moodboard öffentlich zeigen oder weiterverwenden willst.

Schritt 2: Den roten Faden suchen

Jetzt wird’s spannend.

Schau dir an, was du gesammelt hast, und frag dich:

  • Welche Elemente tauchen immer wieder auf?
  • Welche Farben ziehen mich auffällig an?
  • Ist das eher weich oder klar?
  • Ruhig oder laut?
  • Naturverbunden oder elegant?
  • Verspielt oder reduziert?

Oft zeigen sich hier schon Muster. Und plötzlich wird aus „Ich mag das halt“ eine echte Richtung.

Schritt 3: Mutig aussortieren

Ja, auch das gehört dazu.

Nicht alles, was hübsch ist, passt automatisch zu deiner Marke.

Manche Bilder sind einfach nur schön.
Andere fühlen sich wirklich nach dir an.

Und genau da liegt der Unterschied.

Frag dich also ruhig:

Passt das zu meiner Botschaft?
Passt das zu meiner Energie?
Oder finde ich es nur bei anderen toll?

Autschig, aber nützlich.

Schritt 4: Zusammenschieben, drehen, testen

Jetzt darfst du basteln, schieben, sortieren, neu anordnen. Pack deine Favoriten auf eine Fläche und spiel ein bisschen Tetris mit Gefühl.

Schau, was zusammen funktioniert.
Was sich beißt.
Was plötzlich total richtig wirkt.
Und was kommentarlos wieder rausfliegt.

Es muss dabei nicht piekfein, perfekt oder designpreisverdächtig aussehen.
Dein Moodboard ist kein Museumsstück. Es ist ein Werkzeug.

Ein ziemlich schönes Werkzeug, aber eben trotzdem eins, das dir helfen soll.

Schritt 5: Liegen lassen und nochmal draufschauen

Wenn du kannst: Schlaf einmal drüber. Oder geh wenigstens kurz eine Runde weg vom Bildschirm.

Mit frischem Blick siehst du oft sofort:

  • ob etwas noch fehlt,
  • ob etwas zu viel ist,
  • oder ob du an einer Stelle nur aus Gewohnheit festhältst, was eigentlich gar nicht mehr passt.

Und wenn du beim zweiten Hinschauen denkst: „Oh. Ja. Das fühlt sich verdammt nach mir an.“
Dann bist du ziemlich gut unterwegs.

Moodboard Beispiel für Branding mit Naturfarben und ruhiger Bildsprache
Bild (kombiniert & bearbeitet): Mockup von Mr. Mockup (via Design Cuts), verwendete Fotos: szaboerwin89@gmail.com / Depositphotos.com

Falls dir gerade noch Material fehlt

Wenn du nicht gerade einen Stapel Lieblingszeitschriften und Papierreste neben dir liegen hast, kannst du natürlich auch digital sammeln.

Zum Beispiel hier:

Unsplash, Pixabay, Pexels, Free Nature Stock oder Adobe Stock Free

Für Schriften und Buchstaben-Stimmung kannst du zum Beispiel bei Google Fonts oder MyFonts stöbern.

Und wenn du Farben sammeln willst, helfen dir Fotos, Screenshots, Canva oder kleine Color-Picker-Tools schon ziemlich weit.

Aber ehrlich? Du brauchst dafür keinen Material-Masterplan.

Du brauchst nur genug, um ein Gefühl greifen zu können.

Kleiner Funken extra Inspiration gefällig? 🪄

Wenn du magst, kannst du inzwischen auch KI-Tools nutzen, um erste Bildideen, Farbwelten oder Stimmungen für dein Moodboard zu sammeln. Zum Beispiel mit einem Prompt wie:

„Erstelle ein Moodboard für eine warme, kreative, leicht verspielte Marke mit Naturmaterialien, Beerentönen, handgemachten Details und einer gemütlichen, modernen Stimmung.“

Aber ganz wichtig: KI kann dir unendlich viele Ideen ausspucken. Aber was davon wirklich nach dir aussieht? Das kannst am Ende nur du entscheiden 😉

KI-generiertes Moodboard mit Beerentönen, Naturmaterialien, gemütlicher kreativer Stimmung und handgemachten Details.
KI-generiertes Beispiel-Moodboard auf Basis eines kurzen Textprompts.

Und dann?

Dann hast du vielleicht noch kein fertiges Branding.

Aber du hast etwas, das fast noch wichtiger ist:
eine Richtung.

Ein Gefühl.
Einen Stil.
Einen Anfang, mit dem du nicht mehr komplett im Nebel rumstocherst.

Störer für die MoodboardFiesta mit Text: Du willst nicht mehr ‚irgendwie schön‘, sondern ‚das bin ich‘?

Dein Moodboard muss nicht perfekt sein. Es muss sich nur nach dir anfühlen.

Und wenn du irgendwann draufguckst und denkst: „Oh. Das bin ja wirklich ich. – dann war das kein schöner Zeitvertreib, sondern ein ziemlich guter erster Schritt.

Wenn du merkst, dass du dabei Begleitung magst – beim Sortieren, Einordnen, Weiterdenken – dann weißt du ja, wo du mich findest. 👋

Annika Lind
Annika Lind
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