
Es gibt Dinge, bei denen ich sofort ein bisschen zusammenzucke. „Netzwerken“ gehört dazu.
Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber wenn ich dieses Wort höre, entstehen in meinem Kopf ziemlich schnell Bilder von Namensschildchen, Visitenkarten und Gesprächen, in denen alle versuchen, möglichst souverän zu erklären, was sie beruflich machen und warum man unbedingt mal miteinander sprechen sollte. Vielleicht tue ich dem Netzwerken damit fürchterlich unrecht. 😄
Ich habe durchaus schon Netzwerkveranstaltungen besucht und auch gute Gespräche geführt. Trotzdem finde ich solche Veranstaltungen oft ziemlich anstrengend. Viele Menschen, viele Gespräche, viele Eindrücke – und nebenbei soll man auch noch locker-flockig erzählen, wer man ist und was man macht. Smalltalk gehört außerdem nicht unbedingt zu meinen herausragendsten Kernkompetenzen.
Ich mag Menschen. Ich mag Austausch. Ich arbeite gerne mit anderen zusammen. Nur das Drumherum brauche ich nicht.
Und genau deshalb mag ich unsere „Lagerfeuer“-Unternehmerinnenrunde so gerne.
Als Selbstständige muss man nicht wie Lucky Luke einsam durch die Prärie reiten. Sibille und Monika haben die Runde ins Leben gerufen und uns eingeladen. Seitdem treffen wir uns regelmäßig online, jede mit ihrem eigenen Unternehmen und ihren eigenen Themen.
Wer alles am Feuer sitzt, stellt Sibille in ihrem Beitrag vor. Da sieht man schnell, wie unterschiedlich wir sind. Schau unbedingt mal rein: → Link zu Sibilles Beitrag
Das kann ich jedenfalls hervorragend.
Angebot ändern oder nicht? Idee verfolgen oder wieder verwerfen? Ist das gerade wirklich ein Problem, oder mache ich mir nur eins daraus? Als Selbstständige sitzt man mit solchen Fragen erst mal alleine da.
Man kann natürlich drei Tage darüber nachdenken. Man kann aber auch mal jemanden draufschauen lassen.
Und genau dafür gibt es unser Lagerfeuer. Manchmal sagt jemand einen einzigen Satz, und ich denke: Ach so! Ja. Stimmt eigentlich.
Eine fertige Lösung brauche ich dafür gar nicht. Oft helfen mir schon Nachfragen, andere Blickwinkel und das gemeinsame Sortieren von Gedanken.
Was ich dabei besonders mag: Unser Austausch ist unkompliziert, herzlich und ziemlich bodenständig.
Zum Beispiel über KI: Wie gehen wir damit um? Wo nutzen wir sie, wo bewusst nicht, und warum?
Über Marketing reden wir eigentlich durchgehend. Social Media: Ja oder nein? Muss man immer lauter werden, um überhaupt noch wahrgenommen zu werden? Das passt zu keiner von uns so richtig. Aber wie dann? Organisch weitermachen oder doch mal bezahlte Werbung ausprobieren?
Und darüber, dass sich das Leben ändert. Ein Teilzeitjob kommt hinzu, ein Umzug, die Familie. Was macht das mit dem Business und wie passen wir es an?
Wir machen nicht alle dasselbe und müssen auch nicht alle derselben Meinung sein. Jede darf bei ihrem Weg bleiben, und trotzdem nehme ich jedes Mal etwas mit.
Danach geht jede mit ein paar neuen Gedanken wieder ihren eigenen Weg – bis wir uns das nächste Mal am virtuellen Feuer treffen.
Bildnachweis: szaboerwin89 / Depositphotos
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© 2026 Annika Lind