
Neulich schrieb mir jemand, sie würde sich so gern melden, wisse aber noch gar nicht genau, was sie eigentlich wolle. Ich musste lächeln. Nicht, weil ich die Frage zum ersten Mal gehört hätte. Sondern weil ich ziemlich genau wusste, was als Nächstes passieren würde.
Ein paar Minuten später kam die nächste Nachricht. Nicht mit einer klaren Aufgabenliste. Sondern einmal alles.
Zwei Websites.
Zehn Screenshots.
Ein Pinterest-Board.
Ein paar Farben.
Notizen.
Drei verschiedene Canva-Entwürfe.
Und irgendwo dazwischen der Satz: „Bitte erschrick nicht. Es ist gerade alles ziemlich chaotisch.“
Ich glaube, zwischen all den Screenshots, Links und Notizen steckt eigentlich eine einzige Botschaft.
„Ich weiß gerade selbst noch nicht weiter. Hier ist alles, was ich habe.“
Und ehrlich?
Genau das reicht mir.
Denn genau so fühlt sich Veränderung oft an:
„Hier. Irgendwo da drin ist es.“
Ich glaube, wir haben uns angewöhnt zu denken, dass wir erst Klarheit brauchen, bevor wir uns Unterstützung holen. Erst das Problem genau benennen, dann die Lösung kennen, dann ein perfektes Briefing schreiben – und erst dann dürfen wir fragen.
Dabei ist genau das doch der Grund, warum wir uns Unterstützung holen. Nicht, weil schon alles klar ist – sondern weil es das noch nicht ist.
Gute Zusammenarbeit beginnt nicht mit Antworten.
Sondern mit den richtigen Fragen.
Was viele gar nicht merken: Du weißt oft schon viel mehr, als du glaubst. Nur eben nicht in Design-Begriffen.
Du sagst vielleicht nicht: „Meine visuelle Markenpositionierung passt nicht mehr.“
Sondern eher: „Ich schicke meine Website gerade nicht mehr so gern weiter.“
Oder: „Alle sagen, sie finden mich sympathisch – aber irgendwie ziehe ich trotzdem die falschen Anfragen an.“
Oder ganz schlicht: „Mein Business hat sich weiterentwickelt. Mein Auftritt irgendwie nicht.“
Ich glaube übrigens nicht, dass dir Klarheit fehlt.
Ich glaube, sie versteckt sich gerade nur zwischen all den „Irgendwie“, „Eigentlich“ und „Ich weiß nicht so genau“.
Den Satz „Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll.“ höre ich so oft, dass ich ihn vermutlich im Schlaf vervollständigen könnte.
Und jedes Mal denke ich:
Gut. Genau hier fangen wir an.
Ich stelle Fragen.
Aber selten die, die viele erwarten. Mich interessiert nicht als Erstes deine Lieblingsfarbe oder ob du eher Serif oder Sans Serif magst.
Mich interessiert viel mehr ...
... wann du zum letzten Mal gedacht hast: „Eigentlich müsste ich meine Website mal überarbeiten.“
... welchen Satz auf deiner Website du heute am liebsten löschen würdest.
... welche Kundin du sofort wieder nehmen würdest – und welche bitte nie wieder.
... ob du den Link zu deiner Website gerade mit einem guten Gefühl verschickst oder ihn jedes Mal mit einem kleinen inneren Augenrollen verschickst.
... welche Stelle du seit Monaten vor dir herschiebst, obwohl du genau weißt: „Da müsste ich eigentlich mal ran.“
Denn ganz oft fällt die eigentliche Antwort nicht, wenn wir über Farben sprechen.
Sondern in einer kleinen Geschichte.
In einem Beispiel aus deinem Alltag.
Oder einfach in etwas, das du ganz nebenbei erwähnst.
Und genau da werde ich hellhörig.
Vor einem Gespräch mit mir musst du nichts fertig haben.
Kein Moodboard. Kein Konzept. Keinen ausgearbeiteten Plan.
Wenn du Lust hast, erstellen wir ein Moodboard zusammen. Wenn du schon eins hast, schauen wir gemeinsam darauf.
Und wenn du einfach nur mit dem Gefühl kommst, dass irgendetwas nicht mehr passt, dann reicht das völlig.
Manchmal lehnt sich mein Gegenüber nach einer halben Stunde zurück und sagt: „Jetzt weiß ich endlich, was ich die ganze Zeit meinte.“
Nicht, weil ich die Antwort geliefert habe. Sondern weil sie die ganze Zeit schon da war.
Wir mussten sie nur gemeinsam finden.
Vielleicht hast du beim Lesen gerade an deine eigene Website gedacht. Oder an einen Satz, den du schon seit Wochen mit dir herumträgst. Wenn du magst, schreib mir genau den. Mehr brauchst du für den Anfang gar nicht. Den Rest finden wir gemeinsam heraus.
Du musst noch nicht alles sortiert haben. Fang einfach mit dem an, was gerade da ist.
Du weißt, dass dein Design besser gehen könnte.
Aber irgendwo zwischen Ideen, Tools und Alltag bleibt’s liegen.
In meinem Newsletter räumen wir das auf.
Mit Klartext, ehrlichen Gedanken – und ja, auch mal mit Zitronenfaltern oder einer Tasche ohne Henkel.
Alle zwei Wochen ein bisschen Konfetti.
Und ziemlich viel Klarheit.
© 2026 Annika Lind